5 Frisur-Fehler im Hochschulaufnahmegespräch – und wie du sie vermeidest

8 min readHannah BauerZulassungsinterviews
5 Frisur-Fehler im Hochschulaufnahmegespräch – und wie du sie vermeidest

Du weißt nicht genau, wie du beim Hochschulaufnahmegespräch mit deiner Frisur punkten sollst – oder zumindest nicht negativ auffallen willst? Die gute Nachricht: Kein Prüfer vergibt explizit Punkte für deine Haare. Die schlechte: Sobald dein Gesicht schlecht zu sehen ist oder dein Look deplatziert wirkt, kippt der erste Eindruck – und das beeinflusst die gesamte Wahrnehmung deiner Antworten.

Kann eine Frisur wirklich zur Ablehnung führen?

„Wegen einer Frisur durchfallen – das ist doch übertrieben." Dieser Gedanke ist verständlich, und er stimmt auch halb. Allein wegen deiner Haare wird dich niemand ablehnen. Aber: Ein typisches Hochschulaufnahmegespräch dauert zwischen 10 und 30 Minuten. In dieser kurzen Zeit müssen sich die Gesprächspartner ein Bild von dir machen – und das gelingt nur, wenn sie dein Gesicht klar sehen können.

Warum der erste Eindruck so hartnäckig ist

Es gibt einen bekannten psychologischen Effekt: Ein früher, negativer Eindruck färbt die nachfolgende Wahrnehmung ein, auch wenn man sich dessen nicht bewusst ist. Hochschulprüfer sind keine Ausnahme. Die meisten von ihnen sind keine Psychologen und können diesen Effekt nicht einfach ausschalten. Wer also schon beim Hereinkommen einen ungepflegten Eindruck hinterlässt, kämpft den Rest des Gesprächs gegen dieses mentale Bild an.

Die ersten 10 Sekunden entscheiden mehr als du denkst

Vom Betreten des Raums bis zum Hinsetzen vergehen keine zehn Sekunden. Wirkt man in dieser Zeitspanne aufgeräumt und präsent, werden auch die Antworten im Zweifel positiver aufgenommen. Wirkt man schlampig, bleibt dieser Eindruck hängen – selbst bei starken inhaltlichen Antworten. Die Frisur ist einer der wenigen Faktoren, den du komplett kontrollieren kannst.

Abiturientin überprüft ihre Frisur vor dem Hochschulaufnahmegespräch im Spiegel

Fehler 1: Pony vor den Augen – das Gesicht bleibt verdeckt

Kein anderer Frisur-Fehler wird im Aufnahmegespräch so oft kommentiert wie der Pony, der die Augen verdeckt. Wenn die Prüfer deinen Gesichtsausdruck nicht lesen können, entsteht automatisch ein distanzierter, manchmal sogar desinteressierter Eindruck – unabhängig davon, was du sagst.

Das Problem mit tief geschnittenen Frisuren bei Jungs

Der sogenannte Bowl-Cut oder French-Crop ist unter Abiturienten gerade sehr beliebt – und oft kommt der Pony dabei gefährlich nah an die Augenbrauen oder sogar an die Augen. Sind Stirn und Brauen sichtbar, ist das grundsätzlich in Ordnung. Aber ein Pony auf der Kippe – der je nach Bewegung oder Schwitzen auf die Augen fällt – ist im Gespräch ein Risiko. Ein Termin beim Friseur etwa eine Woche vor dem Gespräch, um zumindest den Pony zu kürzen, ist die einfachste Lösung.

Bei Mädchen: Ein schlichter Clip reicht völlig aus

Wer den Pony gerade herauswachsen lässt und eine unangenehme Zwischenlänge hat, braucht keine aufwendige Frisur. Eine schlichte schwarze oder dunkelblaue Haarklammer, die den Pony seitlich fixiert, genügt vollständig. Bunte Clips oder verzierte Spangen sind fehl am Platz. Die Empfehlung von vielen Bewerbungsexperten lautet einheitlich: je schlichter, desto besser.

Fehler 2: Styling, das nach Ausgang aussieht – Curtain Bangs, Locken, Wellen

Was im Alltag oder in der Schule selbstverständlich und gut aussieht, kann im Aufnahmegespräch als Signal gewertet werden: „Dieser Mensch nimmt das hier nicht ganz ernst."

Warum Curtain Bangs bei älteren Prüfern oft schlecht ankommen

Curtain Bangs – also seitlich geteilte, auf die Wangen fallende Haarsträhnen – sind ein aktueller Trend. Das Problem: Ein Teil der Hochschulprüfer kennt diesen Stil schlicht nicht und wertet die losen Strähnen als ungepflegtes Erscheinungsbild. Was für dich selbstverständliches Styling ist, wirkt auf jemanden ohne diesen kulturellen Kontext wie mangelnde Sorgfalt. Das ist keine Frage von richtig oder falsch – es ist eine Frage des Publikums.

Gelockte oder gewellte Haare: kein Aufwand nötig, aber Struktur schon

Wenn du deine Haare mit dem Lockenstab oder Glätteisen aufwendig bearbeitet hast, sieht man das. Für ein Aufnahmegespräch gilt: Schlicht zusammenbinden schlägt jedes ausgefeilte Styling. Glattes Haar einfach zusammengebunden, ohne dekorativen Aufwand, ist die sicherste Wahl. Das Gespräch ist kein Anlass, mit der Frisur aufzufallen.

Fehler 3: Nasses Haar oder Gel-Glanz – zu viel Produkt im Haar

Warum stark gegelte Haare bei Jungs unprofessionell wirken

Ein stark mit Gel oder Pomade gestylter, nass glänzender Look mag im Ausgang gut aussehen – in einem Aufnahmegespräch wirkt er fehl am Platz. Wer Styling-Produkte nutzt, sollte auf eine kleine Menge eines matten Produkts setzen, das die Haare ordentlich hält, ohne zu glänzen. Die Faustformel: „Sauber, dunkelhaarig, kurz geschnitten" – wer sich daran orientiert, macht wenig falsch.

Beim Make-up und Accessoires gilt dasselbe Prinzip

Für Bewerberinnen gilt: Ein aufwendiges Gesamt-Styling aus aufgetürmten Haaren, auffälligen Nägeln, künstlichen Wimpern und Schmuck addiert sich zu einem Gesamtbild, das als unangemessen für den Anlass wahrgenommen wird. Bewerbungsexperten empfehlen einhellig, auf Schmuck zu verzichten – mit Ausnahme einer schlichten Uhr. Denk an dein Gesicht als Rahmen: Alles drumherum sollte zurücktreten.

Fehler 4: Zu helle oder auffällig gefärbte Haare

Dunkle Haare sind kein absolutes Muss, aber aufgehellte oder gefärbte Haare wirken im Bewerbungskontext schnell deplatziert. Dieser Hinweis taucht in nahezu jeder seriösen Bewerbungsberatung auf – und das hat einen Grund.

Was tun, wenn deine Haare von Natur aus hell sind?

Das ist ein Punkt, der selten klar angesprochen wird. Wer von Natur aus helles oder rötliches Haar hat, muss es nicht schwarz färben – das wäre übertrieben und sieht oft künstlich aus. Wenn du dir Sorgen machst, dass dein natürliches Haarkolorit als gefärbt interpretiert werden könnte, kannst du das im Gespräch einfach beiläufig klären: „Meine Haare sind von Natur aus so hell." Das reicht. Schwarzfärben und die Haare dabei beschädigen ist die schlechtere Alternative.

Vergleich: Bewerber mit Pony vor den Augen vs. Bewerber mit freier Stirn beim Hochschulaufnahmegespräch

Fehler 5: Haare verdecken Ohren und Nacken

Prüfer schauen nicht nur auf dein Gesicht. Ohren und Nacken sind ebenfalls im Blickfeld – und wenn sie vollständig von Haaren bedeckt sind, entsteht ein ungepflegter Gesamteindruck.

Bei Jungs: Nur Nacken und Ohren freilegen, fertig

Wenn die Haare im Nacken über den Hemdkragen fallen oder die Ohren vollständig verdecken, wirkt das unordentlich. Kein radikaler neuer Haarschnitt nötig – ein kurzer Termin beim Friseur ein bis zwei Wochen vorher, um Nacken und Seiten zu trimmen, reicht völlig aus. Der Rest kann bleiben wie er ist.

Muss es der Pferdeschwanz sein? Dutt und Half-Up funktionieren genauso

Viele Bewerberinnen haben das Gefühl, dass beim Aufnahmegespräch nur der klassische Pferdeschwanz akzeptiert wird. Das stimmt nicht. Ein ordentlicher Dutt oder ein Half-Up-Stil sind genauso geeignet – solange zwei Bedingungen erfüllt sind: Die Ohren sind sichtbar, und das Haar fällt nicht ins Gesicht. Beim Half-Up darauf achten, dass der herunterhängende Teil nicht nach vorne auf die Schultern fällt.

Weibliche Prüferinnen schauen bei Bewerberinnen genauer hin

Das ist eine Beobachtung, die selten offen ausgesprochen wird: Weibliche Prüferinnen achten bei Bewerberinnen tendenziell stärker auf das äußere Erscheinungsbild als männliche Kollegen. Nicht weil sie unfairer wären, sondern weil sie die entsprechenden Codes selbst kennen und deshalb bewusster wahrnehmen.

Bei bestimmten Studiengängen ist Vorsicht besonders angebracht

Wer sich für Lehramt, Erziehungswissenschaften, Soziale Arbeit oder ähnliche Fächer mit einem hohen Anteil weiblicher Prüfer bewirbt, sollte das im Hinterkopf behalten. Ein gepflegtes, schlichtes Erscheinungsbild ist in diesen Fächern besonders wichtig – nicht weil die Inhalte weniger zählen, sondern weil der äußere Rahmen die Beurteilung beeinflusst. Wer das weiß, bereitet sich anders vor.

Checkliste für den Vorabend – für Bewerberinnen und Bewerber

Am Morgen des Gesprächs ist es stressig. Was du am Abend vorher abgehakt hast, nimmst du vom Morgen-Stress weg.

Jungs: Drei Punkte, die reichen

  • Ist die Stirn frei? (Pony berührt nicht die Augenbrauen)
  • Sind die Ohren sichtbar?
  • Fällt das Haar nicht über den Hemdkragen?

Wer diese drei Punkte erfüllt, ist auf der sicheren Seite. Styling-Produkte: Wenig ist mehr. Mattes Produkt bevorzugen, kein Gel-Glanz.

Mädchen: Vier Punkte zum Abhaken

  • Sind die Ohren sichtbar, wenn die Haare zusammengebunden sind?
  • Sind Haargummi und Clips schwarz oder dunkelblau und schlicht?
  • Hängt kein Haar ins Gesicht?
  • Gibt es keine losen Schmucksträhnen oder ausgefranste Enden rund ums Gesicht?

Steck ein Ersatz-Haargummi und zwei Reserveclips in die Tasche. Gummis reißen immer im ungünstigsten Moment.

FAQ

Ist beim Hochschulaufnahmegespräch nur der Pferdeschwanz erlaubt?

Nein. Dutt, Half-Up und andere Styles, bei denen die Ohren sichtbar sind und kein Haar ins Gesicht fällt, sind genauso passend. Die Frage ist nicht, wie du die Haare trägst, sondern ob dein Gesicht klar zu sehen ist.

Ist ein Mittelscheitel beim Gespräch ein Problem?

Ein Mittelscheitel ist unbedenklich. Wenn der Pony dabei seitlich ins Gesicht fällt, einfach mit einer Klammer fixieren oder hinters Ohr stecken.

Ist ein Undercut beim Hochschulaufnahmegespräch okay?

Ein moderat rasierter Undercut ist in der Regel kein Problem. Wer die Seiten ordentlich kurz hält und die Ohren freilegt, wirkt gepflegt. Extrem ausgeprägte Rasierungen können je nach Prüfer unterschiedlich wahrgenommen werden.

Darf ich am Gesprächstag Styling-Produkte verwenden?

Eine kleine Menge mattes Produkt, um den Pony in Form zu halten, ist völlig in Ordnung. Stark glänzendes Gel oder Haarspray, das den Look einfriert, lieber weglassen. Die Regel lautet: natürlich wirkend, nicht gebaut.

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